Ein Studium richtig finanzieren Ratgeber

„Es ist 0:30 Uhr. Die Lautsprecher hämmern den Beat über die Tanzfläche, auf der sich die Gäste ausgelassen vergnügen. Die Stimmung im Saal ist bestens. Und ich? Ich zwänge mich zwischen den dicht besetzten Tischen hindurch – in jeder Hand ein Tablett, auf dem ich Essen und Getränke mühevoll durch die Menge balanciere. Meine Beine spüre ich schon seit 23:00 Uhr nicht mehr und meine Arme fühlen sich an, als würden sie Zentner wiegen. Wie so oft frage ich mich, was tue ich hier eigentlich? Besser wäre es, wenn ich mich jetzt noch einmal intensiv auf meine Prüfung vorbereiten könnte. Aber das geht leider nicht. Das liebe Geld ...“. So oder ähnlich ergeht es Tausenden von Studierenden in Deutschland. Studieren in Deutschland ist teuer, auch mit BAföG und ohne Studiengebühren. Denn die eigentlichen Kostentreiber sind die Lebenshaltungskosten, die die Studierenden bestreiten müssen. Die eigenen Finanzen im Blick zu haben, ist gerade im aktiven Studium eine Herausforderung.

Studienkosten Lebenshaltungskosten und Co.

Wer ein Studium beginnt, muss damit rechnen, dass einiges an Kosten auf ihn zukommt. Neben den studienspezifischen Kosten wie Semesterbeitrag und Lernmaterialien sind es vor allem die ganz normalen Lebenshaltungskosten  (vor allem die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Freizeitgestaltung), die den studentischen Geldbeutel strapazieren. Innerhalb Deutschlands gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Städten, was die Höhe der Studienkosten angeht. Dies hängt insbesondere mit den unterschiedlichen Mietpreisen zusammen. So sind in ostdeutschen Städten die Mieten tendenziell um einiges günstiger als in den meisten westdeutschen Städten. Zum Wintersemester 2014/2015 wurden die Studiengebühren abgeschafft, damit ist an allen Universitäten lediglich noch ein Semesterbeitrag zu entrichten. Doch auch dieser kann unterschiedlich hoch ausfallen.

Lebenshaltungskosten für Studierende

Auslandssemester und ihre Kosten

Immer mehr Studierende zieht es für einige Zeit oder sogar für das gesamte Studium ins Ausland. Doch ein Auslandssemester oder Vollzeitstudium im Ausland kann auch zusätzliche Kosten mit sich bringen. Insbesondere wer ein ganzes Studium im Ausland absolvieren möchte und nicht mit einem speziellen Austauschprogramm wie ERASMUS an eine ausländische Universität geht, sollte sich vorher darüber informieren, ob und in welcher Höhe Studiengebühren anfallen. Gerade in Ländern wie den USA sind die Studiengebühren nicht zu vernachlässigen. Aber auch die Lebenshaltungskosten sind in manchen Ländern um einiges höher als in Deutschland. Die Schweiz zum Beispiel ist einer der europäischen Spitzenreiter, wenn es um die Höhe der Lebenshaltungskosten geht. Wer also plant, für ein Semester oder länger dort zu studieren, sollte sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, dass höhere Studienkosten als an der Heimatuniversität anfallen und eine entsprechende Finanzierung sicherstellen.

Kostenüberblick Auslandssemester

Semesterbeitrag in Deutschland

Der Semesterbeitrag umfasst Sozialbeiträge für die Studierendenschaft und das Studentenwerk sowie einen Verwaltungskostenbeitrag. An manchen Universitäten kommt das Semesterticket hinzu. Dementsprechend variiert der Semesterbeitrag von Universität zu Universität. Während etwa an der TU München 117,00 € zu entrichten sind, sind es an der FU Berlin 304,29 € (Stand 2016). Die Semesterbeiträge können also je nach Universität oder Fachhochschule sehr unterschiedlich ausfallen. Wer sich noch unsicher ist, an welcher Universität er studieren möchte, sollte im Vorfeld vergleichen, wie viel ein Studium an den in Betracht kommenden Hochschulen kostet. Allerdings ist es seit Abschaffung der Studiengebühren nicht mehr dieser Teil der Studienkosten, der deutschlandweit einen großen Unterschied macht. Vielmehr sind die Lebenshaltungskosten entscheidend, wenn es darum geht, wie teuer Studieren eigentlich ist. In Städten wie München zum Beispiel sind die Mietpreise extrem hoch, und schnell hat man als Student 500 € für ein WG-Zimmer ausgegeben. Fakt ist also: Im Durchschnitt sollte man als Studierender mit einem Semesterbeitrag von 100 € bis 300 € rechnen. Ein nicht zu vernachlässigender Betrag, doch die Lebenshaltungskosten sind es, die ein Studium wirklich teuer machen können.

Studienkosten absetzen

BAföG Staatliche geförderte Finanzierungszusagen

Mit dem Bundesgesetz über die individuelle Förderung der Ausbildung soll auch denjenigen eine Ausbildung bzw. ein Studium ermöglicht werden, deren Familien dies nicht allein finanzieren können. In solchen Fällen stellt der Staat den Studierenden die notwendigen Mittel für den Lebensunterhalt nach den im BAföG festgelegten Bedarfssätzen ganz oder teilweise zur Verfügung. Damit soll es Jugendlichen und jungen Erwachsenen ermöglicht werden, unabhängig von ihrer Herkunft eine Ausbildung bzw. ein Studium zu absolvieren.

Studium finanzieren mit Bafög

Bildungskredit Staatliche geförderte Finanzierungszusagen

Im Gegensatz zum BAföG ist der Bildungskredit unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Zweckbestimmung des Bildungskredits unterscheidet sich in Abhängigkeit einer evtl. bestehenden BAföG-Förderung: Bei nicht nach dem BAföG geförderten Auszubildenden dient der Kredit der Sicherung und Beschleunigung der Ausbildung und bei nach dem BAföG geförderten Auszubildenden dient er der Finanzierung von außergewöhnlichem, nicht durch das BAföG erfasstem Aufwand, wie z. B. besonderen Studienmaterialien, Exkursionen oder Schulgebühren. Studierende werden gefördert, sofern sie die Zwischenprüfung bestanden haben bzw. den ersten Teil eines Konsekutiv-Studiengangs abgeschlossen haben oder ein postgraduales Diplomstudium oder ein Master- bzw. Magisterstudium absolvieren. Es können max. 24 Monate mit max. 300 € gefördert werden. Die Förderhöchstgrenze liegt also bei 7.200 €. Die Verzinsung des Kredits orientiert sich am 6-Monats-Euribor zzgl. 0,87 % (Stand: 2016). Der Bund übernimmt, damit dieser günstige Zinssatz möglich wird, gegenüber der KfW eine Ausfallbürgschaft für die Geförderten.

Bildungskredite in Deutschland

Studienkredite

Studienkredite gibt es sowohl als staatliche wie auch als privatwirtschaftliche Angebote. Sie ähneln in ihrem Aufbau klassischen Konsum- bzw. Abrufkrediten, bei denen die Auszahlung der Darlehenssumme zeitlich gestreckt erfolgt, meist in monatlichen Auszahlungsbeträgen. Es wird ein Zinssatz vereinbart, der über die gesamte Laufzeit fest oder auch variabel sein kann. Manchmal gibt es auch unterschiedliche Zinssätze für Aus- und Rückzahlungsphase.

Studienkredit für das Studium

Bildungsfonds Wie funktioniert ein Bildungsfonds?

Ein Bildungsfonds hingegen ähnelt eher einer Eigenkapital- als einer Fremdkapitalfinanzierung. Auch beim Bildungsfonds wird die Auszahlung der Darlehenssumme zeitlich gestreckt und erfolgt meist, wie beim Studienkredit, in monatlichen Raten. Allerdings wird, anders als bei einer Fremdkapitalfinanzierung mit einem Studienkredit, kein fester Zinssatz vereinbart. Stattdessen wird bereits bei der Finanzierungszusage ein bestimmter Prozentsatz des späteren Einkommens fixiert, welcher über eine definierte Anzahl von Rückzahlungsmonaten an den Bildungsfonds zurückzuführen ist. Bildlich gesprochen, gibt dabei also ein Student einen Teil seines zukünftigen „Gewinns“ aus dem Studium (Einkommen) an den Kapitalgeber ab; dieser Gewinnanteil kann hoch oder auch niedrig ausfallen. Bei einem Studienkredit hingegen schuldet der Student eine fixe Rückzahlung (Auszahlungsbetrag plus Rückzahlung), unabhängig davon, ob er überhaupt Gewinn (Einkommen) erzielt oder nicht. Für den Kapitalgeber ist es also riskanter, einen Studenten im Rahmen eines Bildungsfonds zu finanzieren, als ihm einen Studienkredit zu gewähren – für den Studenten hingegen ist der Studienkredit riskanter.

Warum Studierende eine Bildungsfonds-Finanzierung statt einer anderen Finanzierungsform wählen, zeigte eine Befragung. Das Ergebnis: Für die meisten ist die reine Einkommensabhängigkeit der Rückzahlungsverpflichtung der Hauptgrund. So war für rund 40 % der befragten Studenten, die sich für eine Bildungsfonds-Finanzierung entschieden haben, die rein einkommensabhängige Rückzahlung ausschlaggebend. Im Vordergrund steht dabei nicht so sehr der absolut zu zahlende Preis; dieser lässt sich im Voraus bei einer einkommensabhängigen Studienfinanzierung auch gar nicht bestimmen. Vielmehr steht ja erst nach dem letzten Rückzahlungsmonat fest, ob der Studierende überhaupt einen positiven Zins bezahlt hat und wenn ja, wie hoch dieser war. Im Vordergrund steht für die Studenten, dass die relative Rückzahlungsbelastung transparent und verlässlich ist. Denn genau dieser Gesichtspunkt ist es, der das subjektiv empfundene Risiko aus Sicht der Studierenden bei einer Bildungsfonds-Finanzierung quasi auf null sinken lässt. Dadurch treten andere Eigenschaften der Bildungsfonds-Finanzierung in den Vordergrund. Hierzu gehört z. B. der Umstand, dass es ein rein leistungsorientiertes Bewerbungs- und Auswahlverfahren gibt und eben keine soziale Selektion und keine banküblichen Sicherheiten benötigt werden. Derzeit werden zwei große Formen der Bildungsfonds unterschieden:

Bei Bildungsfonds als Finanzinvestment stehen private sowie institutionelle Investoren (z. B. Banken, Stiftungen, Versorgungswerke) im Hintergrund, die ihr Kapital zur Verfügung stellen und auf eine entsprechende (positive) Verzinsung hoffen. Zu den Anbietern dieser Form von Bildungsfonds gehören in Deutschland CareerConcept, Deutsche Bildung und BrainCapital. Im Ausland wird das Modell etwa von Lumni (Chile), Upstart (USA) oder Pave (USA) angeboten. Bei Bildungsfonds als Finanzinvestment werden häufig keine oder nur sehr geringe zusätzliche, über die Finanzierung hinausgehende Leistungen erbracht (z. B. „WissenPlus“ der Deutsche Bildung). Innerhalb der unternehmenseigene Bildungsfonds ist seit 2007 der Festo Bildungsfonds als ersten Vertreter dieser Art am Markt. Inzwischen ist er mit knapp 1000 Studenten genauso bedeutend wie z. B. die Angebote von BrainCapital oder der Deutsche Bildung. Er verbindet erstmals wahrgenommene unternehmerische Verantwortung im Bereich der Studienfinanzierung mit einem gezielten Angebot zur aktiven Berufs- und Karriereförderung. Das Hauptziel für den Festo Bildungsfonds war und ist es, dass kein Intellectual Capital durch persönliche Budgetgrenzen von Studenten verloren gehen darf. Das Elternhaus darf nicht über die Zugangschancen zu Bildung entscheiden. Vielmehr soll jeder, der an seine Leistungsfähigkeit und seine Zukunft glaubt und durch seine Motivation, seinen Einsatzwillen und seine persönlichen und akademischen Ergebnisse zu den Top-Performern gezählt werden kann, auch die finanziellen Möglichkeiten haben, in ein Studium oder eine weitere Qualifizierung zu investieren.

Vorteile Festo Bildungsfonds

Sparen im Studium

Für viele junge Studenten stellt das Sparen im Studium eine Herausforderung dar. Plötzlich auf eigenen Beinen zu stehen und womöglich in eine andere Stadt zu ziehen erfordert einen guten Überbick über die anstehenden finanziellen Belastungen während des Studiums. Hier finden ein paar Tricks und Tipps zum Thema Sparen.

Sparen im Studium

Versicherungspflicht im Studium Privat- und Pflichtversicherungen

Dieses Thema wirft im Studium viele Fragen auf. Grundsätzlich gilt: Alle Studenten, die an einer staatlichen Hochschule studieren sind kranken- und pflegeversicherungspflichtig. Wer unter 25 Jahre alt ist, ist meistens noch über die Eltern versichert. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Wir haben die wichtigsten Versicherungen für Studenten für Sie zusammengestellt.

Versicherungen rund um das Studium

Studium in Deutschland

Studentenstädte entdecken